Pressemitteilung von Radio blau, Radio T und coloRadio zum Besuch bei der SLM

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Datum: 26.10.2009
Die heutige Sitzung des Medienrates der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) in Leipzig nahmen die drei freien sächsischen Radios zum Anlass, ein stärkeres Engagement gegen die drohende Abschaltung zu fordern. Circa 250 Hörer und Hörerinnen erschienen zur angemeldeten Kundgebung mit anschließenden Radioballett direkt vor dem Sitz der SLM. Drei Vertreter der freien Radios in Dresden, Chemnitz und Leipzig sowie eine Vertreterin des Bundesverbandes Freier Radios (BFR) wurden kurzfristig zur Teilnahme an der turnusmäßigen Sitzung zugelassen. In der einstündigen Diskussion forderten sie den Medienrat auf, das bisherige Kooperationsmodell mit Apollo Radio weiter zu gewährleisten oder eine andere tragfähige Finanzierung zu finden. Der Medienrat der SLM sieht derzeit keinen Handlungsbedarf und möchte stattdessen Gespräche zwischen Radio T, ColoRadio, Radio Blau und den Betreibern von Apollo Radio abwarten. Ein Termin dazu steht allerdings noch nicht fest. Ferner erwägt die SLM als Aufsichtsbehörde des Privatrundfunks bei der Sächsischen Staatskanzlei einen konkreten Finanzierungsbedarf der freien Radios anzuzeigen. Dies wäre ein erster Teilerfolg, der längerfristig zu der gewünschten Absicherung der freien Radios durch Mittel der Landesmedienanstalt führen kann. Dies ist bereits in anderen Bundesländern üblich. Dazu muss in Sachsen allerdings das Privatrundfunkgesetz geändert werden. Neben der Stellungnahme des BFR nutzte auch Radio Blau die Gelegenheit einen offenen Brief [als pdf] mit über 200 Unterschriften von prominenten Erstunterstützern aus Kultur, Politik und Medien zu übergeben.

Kreuzer-Fotogalerie

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hier gibts noch mehr Fotos

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4 Kommentare

Es ist erstaunlich, wie die Organisatoren von Kundgebungen immer die eigenen Zahlen schönigen, um ihrer Sache Nachdruck zu verleihen. Da ich gestern selbst vor Ort war, weiß ich sehr genau, dass der große Aufruf zur gemeinsamen Kundgebung der Macher und Hörer von radio blau, coloradio und radio t keine 100 Menschen vor die SLM in Leipzig lockte. Natürlich lässt das "ca." vor der 250 etwas Spielraum zu. Nur ist dieser Spielraum in Ihrer Meldugn eindeutig zu groß ausgefallen. Ich unterstütze die nichtkommerziellen freien Radios in Ihrem Anliegen. Aber wer sich von allen Seiten Offenheit und Transparenz wünscht sollte mit gutem Beispiel voran gehen!

Sehr geehrter namenloser Kritiker,

ich bin mit der Chemnitzer Delegation ca. 13:00 Uhr vor dem Sitz der SLM angekommen und habe mich (erfreut über die große Teilnehmerzahl) gleich ans Zählen gemacht. Zu diesem Zeitpunkt haben schon 98 Leute auf der Wiese aktiv am Radioballett teilgenommen und 91 standen am Rand und haben zugeschaut. Im Verlaufe der Veranstaltung sind immer wieder Leute gegangen und Leute dazugekommen (z.B. einige Exilchemnitzer, die ebenfalls recht spät eintrafen), kurz nach 14:00 Uhr setzte das große Abwandern ein. Es ist üblich, bei Veranstaltungen die Gesamtteilnehmerzahl anzugeben und nicht die Zahl "der gleichzeitig zum Zeitpunkt x Anwesenden", schließlich haben sich alle auf den Weg gemacht, um ihre Solidarität zu zeigen. Leider standen die "Kundgebungsteilnehmer" so großflächig verteilt, dass es schwierig war, ein aussagekräftiges Foto zu machen. Ich versuch's trotzdem mal und hänge eins an die Pressemitteilung.
Viele Grüße
Jörg

Also egal ob es 100 oder 200 waren, ich habe schon eine Menge Demonstrationen gesehen, aber selten waren welche so wenig kämpferisch und noch dazu inhaltsleer wie die gestrige. Und selbst wenn es 200 Menschen gewesen sein mögen, dann spricht das auch nicht gerade für die Akzeptanz in der Bevölkerung. Immerhin wohnen in Leipzig alleine mehr als eine halbe Million.
Die Existenzberechtigung von Radio Blau hätte schon viel früher über eine bessere Lobbyarbeit und politischer Hintergrundarbeit geführt werden müssen, aber wenn man als Themenschwerpunkt nur die linke Politikkultur umwirbt reicht es eben nicht in der heutigen Zeit.
Dennoch habe ich gehört, dass es für beide Seiten eine vernünftige Lösung geben wird, ohne das entweder Radio Blau oder die SLM ihr gesicht verlieren werden.

Lieber Mirko,
vielleicht ging es darum die SLM zu überraschen. Was bringt eine brüllende Meute und dogmatische Reden vor der Tür? Es galt eine gewisse Präsenz zu zeigen und die Zeit gut zu nutzen um zu hören, was in den Sitzung gesagt wurde. Das Radioballett war lustig und setzte sich inhaltlich mit Fragen wie Markt & Konformität vs. Individualismus auseinander. Wichtig war es doch auch Bewegung zu zeigen. Außerdem waren die »Köpfe« bei der SLM zum Gespräch, wie sollen sie dann draußen große Reden schwingen. Drinnen fand die wichtige Lobby-Arbeit statt. Vor der Tür galt es die Zeit kreativ zu nutzen. Außerdem schau doch mal auf den Offenen Brief. Ist das wirklich nur die linke Popkultur-Szene? Außerdem war alles sehr kurzfristig (weder Plakate noch Flyer) & die Mittagszeit an einem Arbeitstag ist nunmal kein guter Zeitpunkt zum »demonstrieren«. Ich hoffe die Seite - mit der Möglichkeit Unterstüztung per Privateintrag zu signalisieren - steht bald.

Vielleicht hörst Du Dir die Sendung vom gestrigen Abend dazu an. http://soundcloud.com/bleephop/wir-retten-unser-radio-sondersendung-zur-situation-bei-radio-blau

Da hörst Du auch viel zum Thema Lobbyarbeit und auch eigene Kritik in mancher Hinsicht.

M.

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