Dezember 2009 Archive

Warum habt Ihr das Angebot von Apollo ausgeschlagen?


Wir haben sehr lange für unsere jetzige Sendezeit gekämpft. Darum wollen wir uns jetzt nicht zu einem Nischenradio degradieren lassen, dass erst ab 20 oder 21 Uhr sendet. Außerdem war das Angebot von Apollo nur auf ein Jahr befristet, wir jedoch wollen eine dauerhafte Lösung unseres Problems. Unser großes Ziel bleibt weiterhin eine eigene 24h-Frequenz.


Wollt Ihr Euch nun doch selbst finanzieren?


Wir können und möchten uns nicht komplett selbst finanzieren! Vielmehr glauben wir, dass unser Programm eine finanzielle Absicherung der UKW-Ausstrahlung durch die Sächsische Landesmedienanstalt verdient hat.

Unser Radio ist per Definition nicht-kommerziell. Stattdessen zahlen bei uns die Radiomachenden Nutzungsgebühren und Mitgliedsbeiträge, dazu kommen Spenden. Aber dieses Geld hat bisher schon kaum gereicht, um unsere Miete, Technik und Strom zu zahlen, geschweige denn unsere Sende- und Leitungskosten.


Wie geht es nun mit Radio Blau weiter?


Wir haben uns entschlossen, ab 1.01.10 wie bisher gewohnt ab 18 Uhr (bzw 12 Uhr am Wochenende) auf Sendung zu gehen, um unsere Lizenz nicht zu verlieren. Wie die dafür anfallenden Sende- und Leitungskosten gezahlt werden können, wissen wir allerdings nicht. Wir hoffen aber weiterhin, dass eine für uns akzeptable Lösung gefunden wird, bevor die Rechnungen für die Sende- und Leitungskosten gezahlt werden müssen.

Eine Lösung könnte beispielsweise eine Änderung des Privatrundfunkgesetzes durch den Landtag sein. Oder eine Bereitschaft der Sächsischen Landesmedienanstalt, ihre schon durch das bisherige Gesetz festgelegte Möglichkeit, uns zu fördern, in noch größerem Umfang wahrzunehmen.

Wenn in den nächsten Monaten keine solche Lösung gefunden wird, werden wir unser Programm doch noch einstellen müssen.


Was kann ich tun, um zu helfen?


Eine Möglichkeit, uns zu helfen, sind Spenden, zum Beispiel in Form der alternativen Rundfunkgebühr. Diese könnt Ihr hier einrichten.

Eine weitere wichtige Möglichkeit ist Druck auf Eure Landtagsabgeordneten, vor allem von CDU und FDP. Die in Eurem Wahlbezirk gewählten Abgeordneten sind für Eure Anliegen zuständig - eine grundlegender Aspekt von Demokratie, der vielleicht viel zu selten genutzt wird. Tretet also mit Euren Abgeordneten in Kontakt und macht Ihnen klar, wie wichtig Euch Radio Blau ist und dass das Landesrundfunkgesetzt geändert werden muss, damit Ihr uns weiter hören könnt.


Was ist zu den Argumenten der Landtagsabgeordneten zu sagen?


Landtagsabgeordnete von der CDU haben in den letzten Wochen argumentiert, dass Freie Radios nicht noch mehr finanziert werden könnten, weil die Kosten dafür zu hoch seien, vor allem, weil zu befürchten sei, dass dann noch mehr Bürgermedien entstehen könnten, die ebenso Unterstützung verlangen würden.

Unsere Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass es sehr sehr anstrengend und langwierig ist, ein rein ehrenamtliches und nichtkommerzielles Radio aufzubauen und am Laufen zu halten. Ein Kraftakt, der so wahrscheinlich nur in großen Städten zu leisten ist. Generell glauben wir aber, dass jedes Engagement ehrenamtlicher Vereine in Sachsen mehr finanzielle Unterstützung verdient hat.

Die von der CDU befürchtete Kostenlawine entkräftete Holger Mann (SPD) mit der Berechnung, dass die Sende- und Leitungskosten der drei Freien Radios in Sachsen jeden GEZ-Zahler mit lediglich 1 Cent im Jahr belasten würden. Außerdem glauben wir, dass die Sächsische Landesmedienanstalt genügend Geld zur Verfügung hätte, um unsere Kosten zu übernehmen, es ist nur eine Frage der Verteilung der Gelder innerhalb dieser Institution, die im vergangenen Jahr vom Landesrechnungshof für seine "Verschwendung und unsachgemäß hohen Personalausgaben" gerügt wurde.

Die Verhandlungen zwischen den sächsischen Freien Radios und Apollo Radio sind endgültig gescheitert. Damit ist auch der „sächsische Sonderweg", der 2004 unter Mitwirkung der Sächsischen Landesmedienanstalt geschaffen wurde, nicht mehr gangbar. Dieser Sonderweg sieht vor, dass die Sende- und Leitungskosten der Freien Radios durch den kommerziellen Mantelanbieter Apollo Radio gezahlt werden.

Das heutige Gespräch wurde vom Präsidenten des Medienrates, Professor Kurt-Ulrich Mayer moderiert, der die Interessen der Privatradioanbieter scheinbar mehr im Blick hat, als die der ehrenamtlich engagierten RadiomacherInnen.

Der Kompromissvorschlag der Freien Radios, die Primetime-Sendezeit von 18 bis 19 Uhr an Apollo Radio für die privatwirtschaftliche Vermarktung abzugeben, wurde abgelehnt.
Pressemitteilung von coloRadio am 21.12.2009:

Bürgerradios weichen auf Abendstunden aus - Private lassen Vermittlung dennoch platzen

Am 21.12. fanden in Leipzig Verhandlungen zwischen Vertretern der 3 freien Radios Sachsens und Radio Apollo statt. Unter Vermittlung der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) sollte die weitere Kooperation der Sender, die sich die gleichen Frequenzen teilen, besprochen werden. [weiterlesen]


Unter folgendem LINK steht ein Mitschnitt der heutigen Radio-Debatte in Form einer »Aktuellen Stunde«. Vielleicht mögt ihr die »ARGUMENTATION« der Fraktionen der Landesregierung kommentieren. 

 

Hier ergeben sich interessante Fragen: 

Sind 0,01 Euro pro Rundfunkgebührenzahler für die UKW-Übertragungskosten der NKL, wie es Holger Mann (SPD) schlüssig darlegt, tatsächlich ein LUXUSPROBLEM, wie es Sebastian Gemkow (CDU) und auch Torsten Herbst (FDP) behaupten? 

Weiter wird mehr oder weniger gesagt, dass bei einer Gesetzesänderungen ein überhaupt nicht kalkulierbares finanzielles Loch ohne Boden entstünde? Ferner wurde gar ausgeführt, dass wohlmöglich in anderen Kreisstädten weitere Bürgerradios und Radio-Initiativen gegründet werden. 

Was sagt Ihr dazu?

Sebastian Gemkow, CDU 
 

Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, GRÜNE 


Holger Mann, SPD



BITTE DISKUTIERT DAZU IM KOMMENTARBEREICH! 


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mit MJUIX und ELSTERCLUB, dazu die DJs Käpt'n Time Warp, Yoko Mono, Lieut. Lloyd, Repeatbeat und einem Radio-Studio

Am 9. Delandtag7.jpgzember, ein Mittwoch, wird es vormittags im sächsischen Landtag eine aktuelle Stunde zur zukünftigen Finanzierung der nichtkommerziellen Lokalradios in Sachsen geben.

Wir werden den Termin nutzen, um uns 10:00 Uhr vor dem Landtag zu einer Kundgebung zu treffen. Wir werden zeigen, dass freie Radios notwendig sind und dass deren Finanzierung gesichert werden muss. Es wird ein mobiles Open-Air-Studio aufgebaut, von dem zu dieser Tageszeit leider nur im Livestream übertragen werden kann oder beobachtet die Landtagsdebatte auch von der Zuschauertribüne!


Rettet die Freien Radios und kommt alle mit nach Dresden vor den Landtag


Kurz nach dem DJ-Marathon, dem bizarren Angebot von Apollo - ehrenamtliches Bürgerradio künftig in der Nacht (von 21 Uhr bis 04 Uhr) zu betreiben - und anlässlich der Pressekonferenz zur aktuellen Stunde im Landtag erreicht die Presseresonanz ihren vorläufigen Höhepunkt. 

Hier einige herausragende Beiträge: 

08. Dezember 2009 

MDR -  Fernsehbeitrag Beitrag bei MDR AKTUELL
Freie Radios in Sachsen wollen Gesetzesänderung

NEWS.DE - berichtet ebenso erstmalig, dafür ausführlich. 

FREIE PRESSE
Freie Radios in Sachsen wollen Gesetzesänderung
Im Landtag wollen Grüne, Linke und SPD am Mittwoch auf das Problem aufmerksam machen


LVZ - Online und im Print!
Opposition will Gesetzesänderung für freie Radios


S.11 - Weltrekord: 249 DJs in 49 Stunden
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Die Finanzierung der drei Freien Radios in Sachsen im kommenden Jahr ist nach wie vor nicht gesichert. Apollo-Radio, der bisherige privatkommerzielle Mantelanbieter, ist nicht länger bereit, die Sende- und Leitungsgebühren für die drei Radios zu übernehmen - ebensowenig wie die eigentlich zuständige sächsische Landesmedienanstalt. Ein erstes Treffen zwischen den Apollo-Betreibern und den Freien Radios am 24. November verlief bereits ergebnislos. Am 7. Dezember gab es nun einen zweiten Verhandlungstermin. Mit dabei war Daniel Ott von Radio T aus Chemnitz. Sina von Radio Blau hat sich mit ihm unterhalten. Das Interview hört Ihr hier.
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Radio ist und bleibt ein »Zu Hause«- und »Unterwegs«-Medium. So hält eine Studie aus der Ausgabe 3/2009 der Media Perspektiven bei der Untersuchung der Potenziale von Webradio fest, dass Radiohören per Internet noch am Anfang steht. Die Lösung Internet hätte sich laut Meinung der Forscher »eingeschlichen«, während das politisch avisierte Digital Audio Broadcast (DAB) - ebenso wie Digitales Satellitenradio - gegenüber dem konventionellen Übertragungsweg UKW - nicht durchsetzen konnte.  DAB scheint gegenüber der traditionellen Rundfunknutzung keine Alternative zu sein. Insbesondere muss hier ferner die föderale Struktur der Bundesrepublik Deutschland berücksichtigt werden. Lokale Hörfunkprojekte - wie Freie Radios - sind mit DAB nicht möglich. Außerdem steht der finanzielle Aufwand für neue Endgeräte in keinem Verhältnis zum Zusatznutzen gegenüber UKW. 
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Collage von Abo Alsleben

Das Interview und die DJ-Einlage des Oberbürgermeisters sind heute, ab 19 Uhr in der Sendung "aktuell" auf Radio Blau zu hören.


PRESSEMITTEILUNG, 03. Dezember 2009 - TERMINE 



Radio Blau, das Freie Radio in Leipzig informiert hiermit über aktuelle Termine bis zum 12.Dezember. 


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Los geht es am Samstag, den 5. Dezember mit dem Westpaket in der Karl-Heine-Straße, wo es einen Radio-Blau-Stand geben wird. 


Noch bis Mitternacht am Sonntag, den 6. Dezember läuft die »Aktion Weltrekord - Die meisten DJs in einer Woche in einer Radiostation«. Die am Montag 18 Uhr gestartete Aktion kann schon über 80 DJs vorweisen. Das selbst formulierte Ziel von mindestens 150 DJs wird ganz sicher weit übertroffen. Bereits in den ersten Stunden wurde ein breites Spektrum geboten. So waren - neben dem Popstar Sebastian Krumbiegel zum Auftakt - bereits auch viele Szenegrößen wie Makarios (Die Art), Schwarwel (Schweinevogel) oder die Stars der Techno- und Houseszene wie Matthias Tanzmann (Moon Harbour), Map.ache (Kann) oder Sven Tasnadi (Oh Yeah) dabei. Die oft international agierenden Künstler werden durch Hobby-DJs ergänzt, was die breite Verankerung in der Leipziger Gesellschaft zeigt. Als prominenten Gast aus der Politik erwarten wir am Sonntagnachmittag auch Dirk Panter, Generalsekretär der SPD und Mitglied des sächsischen Landtags. Auch er wird seine Lieblingsplatte auflegen und sich damit im Kampf um den Fortbestand der Freien Radios solidarisch zeigen. 


Video-, Bild- und Tonmaterial zur Aktion sind auf dem Blog: radio.fueralle.org  zu finden. 


Am Montag, den 7. Dezember werden die Gespräche mit Vertretern der Freien Radios und Apollo fortgesetzt.  Die bislang mehrfach formulierten Forderungen bleiben unverändert. Für Montag ist ferner eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Radio Verein Leipzig angesetzt. 


Am Mittwoch, den 9. Dezember, wird es im sächsischen Landtag Dresden eine extra beantragte aktuelle Stunde zum Thema nichtkommerzielle Lokalradios in Sachsen geben. Auch dort wird Radio Blau mit einer Delegation vor Ort sein. 


Zum Abschluss der Woche findet im Tanzcafé Ilses Erika eine weitere Benefizaktion statt. Radio Blau & Ilses Erika laden am 12. Dezember ab 23 Uhr zur ‚Langen Radio-Clubnacht' mit MJUIX und ELSTERCLUB, dazu die DJs Käpt'n Time Warp, Yoko Mono, Lieut. Lloyd, Repeatbeat und einem Radio-Studio. Unser gemeinsames Motto ist nicht nur für diese Nacht: »Wir senden weiter!" Denn entgegen einiger Gerüchte : Dies ist keine Radio Blau-Abschiedsparty! 


Mehr Infos unter: 

radio.fueralle.org * www.radioblau.de 

TAG 1 - 4


TAG 1

JUNG & BLAU + AKTUELL im AUDIO-ZEITRAFFER
u.a. mit Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen)  und Mark Daniels (LVZ) edit by Extrablau/BleepHop



TAG 1  - Zeitraffer-Video edit by Rundfreifunk


Ingo, Sophie und Saskia sind 11 Jahre alt und gehen seit der 3.Klasse im JUNGEN RADIO von coloRadio auf Sendung. Sie sind die Kinderredaktion "Granatäpfel" und informieren ihre HörerInnen sonntags um drei über Themen wie artgerechte Tierhaltung im Zirkus, Leben auf dem Bauwagenplatz, Umsonstläden oder Zivilcourage. Dazu machen die drei meistens Umfragen auf den Straßen der Dresdner Neustadt, laden ExpertInnen zum Interview ein und produzieren Hörspiele.
Mit ihrer Sendung "Kinder aus aller Welt" bewarben sich die Granatäpfel in diesem Jahr um den Medienpädagogischen Preis der SLM. Gestern wurde ihnen im Blockhaus der 1.Preis in der Kategorie "Außerschulische Projekte" verliehen, der mit 3000 Euro ausgeschrieben war. Nach der Preisverleihung fragte mich Sophie als erstes: "Reicht das Geld aus, um das Radio zu retten?"
Aus der Sendung "Kinder aus aller Welt" könnt Ihr hier das Hörspiel "Die Brücke von Bamba" direkt anhören . (Für Mitglieder des BFR gibt es auf dem www.freie-radios.net eine 192 kbps-Version).

(Anne)

Die Leipziger Volkszeitung berichtet weiter ausführlich über Radio Blau. So findet sich in der heutigen Ausgabe ein Beitrag vom Kulturredakteur Mark Daniel, der den abendlichen Radiobesuch nicht nur nutze um über Sebastian Krumbiegel und den Weltrekord zu berichten, sondern ebenso als DJ Jack M. Daniels aktiv wurde. 

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Wie berichtet, lehnt die Sächsische Landesmedienanstalt es ab, die Kosten (...) zu übernehmen. Damit verlören Leipzig, Chemnitz und Dresden drei frische Alternativen zum verwechselbaren Mainstream-Gedudel der professionellen Sender.
Um das zu verhindern, fand zum Start des Rekordversuchs Sebastian Krumbiegel klare Worte. "Diese Art von Subkultur sollte man dringend erhalten", betonte er. Der Prinzen-Sänger mahnte Medienvielfalt und -freiheit an - mit Verweis auf den kürzlich "von CDU-Politikern abgesägten ZDF-Intendanten Brender".