Warum habt Ihr das Angebot von Apollo ausgeschlagen?
Wir haben sehr lange für unsere jetzige Sendezeit gekämpft. Darum wollen wir uns jetzt nicht zu einem Nischenradio degradieren lassen, dass erst ab 20 oder 21 Uhr sendet. Außerdem war das Angebot von Apollo nur auf ein Jahr befristet, wir jedoch wollen eine dauerhafte Lösung unseres Problems. Unser großes Ziel bleibt weiterhin eine eigene 24h-Frequenz.
Wollt Ihr Euch nun doch selbst finanzieren?
Wir können und möchten uns nicht komplett selbst finanzieren! Vielmehr glauben wir, dass unser Programm eine finanzielle Absicherung der UKW-Ausstrahlung durch die Sächsische Landesmedienanstalt verdient hat.
Unser Radio ist per
Definition nicht-kommerziell. Stattdessen zahlen bei uns die
Radiomachenden Nutzungsgebühren und Mitgliedsbeiträge, dazu kommen
Spenden. Aber dieses Geld hat bisher schon kaum gereicht, um unsere Miete, Technik
und Strom zu zahlen, geschweige denn unsere Sende- und Leitungskosten.
Wie geht es nun mit Radio Blau weiter?
Wir haben uns entschlossen, ab 1.01.10 wie bisher gewohnt ab 18 Uhr (bzw 12 Uhr am Wochenende) auf Sendung zu gehen, um unsere Lizenz nicht zu verlieren. Wie die dafür anfallenden Sende- und Leitungskosten gezahlt werden können, wissen wir allerdings nicht. Wir hoffen aber weiterhin, dass eine für uns akzeptable Lösung gefunden wird, bevor die Rechnungen für die Sende- und Leitungskosten gezahlt werden müssen.
Eine Lösung könnte beispielsweise eine Änderung des Privatrundfunkgesetzes durch den Landtag sein. Oder eine Bereitschaft der Sächsischen Landesmedienanstalt, ihre schon durch das bisherige Gesetz festgelegte Möglichkeit, uns zu fördern, in noch größerem Umfang wahrzunehmen.
Wenn in den nächsten Monaten keine solche Lösung gefunden wird, werden wir unser Programm doch noch einstellen müssen.
Was kann ich tun, um zu helfen?
Eine Möglichkeit, uns zu helfen, sind Spenden, zum Beispiel in Form der alternativen Rundfunkgebühr. Diese könnt Ihr hier einrichten.
Eine weitere wichtige Möglichkeit ist Druck auf Eure Landtagsabgeordneten, vor allem von CDU und FDP. Die in Eurem Wahlbezirk gewählten Abgeordneten sind für Eure Anliegen zuständig - eine grundlegender Aspekt von Demokratie, der vielleicht viel zu selten genutzt wird. Tretet also mit Euren Abgeordneten in Kontakt und macht Ihnen klar, wie wichtig Euch Radio Blau ist und dass das Landesrundfunkgesetzt geändert werden muss, damit Ihr uns weiter hören könnt.
Was ist zu den Argumenten der Landtagsabgeordneten zu sagen?
Landtagsabgeordnete von der CDU haben in den letzten Wochen argumentiert, dass Freie Radios nicht noch mehr finanziert werden könnten, weil die Kosten dafür zu hoch seien, vor allem, weil zu befürchten sei, dass dann noch mehr Bürgermedien entstehen könnten, die ebenso Unterstützung verlangen würden.
Unsere Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass es sehr sehr anstrengend und langwierig ist, ein rein ehrenamtliches und nichtkommerzielles Radio aufzubauen und am Laufen zu halten. Ein Kraftakt, der so wahrscheinlich nur in großen Städten zu leisten ist. Generell glauben wir aber, dass jedes Engagement ehrenamtlicher Vereine in Sachsen mehr finanzielle Unterstützung verdient hat.
Die von der CDU befürchtete Kostenlawine entkräftete Holger Mann (SPD) mit der Berechnung, dass die Sende- und Leitungskosten der drei Freien Radios in Sachsen jeden GEZ-Zahler mit lediglich 1 Cent im Jahr belasten würden. Außerdem glauben wir, dass die Sächsische Landesmedienanstalt genügend Geld zur Verfügung hätte, um unsere Kosten zu übernehmen, es ist nur eine Frage der Verteilung der Gelder innerhalb dieser Institution, die im vergangenen Jahr vom Landesrechnungshof für seine "Verschwendung und unsachgemäß hohen Personalausgaben" gerügt wurde.

zember, ein Mittwoch, wird es vormittags im sächsischen Landtag eine aktuelle Stunde zur zukünftigen Finanzierung der nichtkommerziellen Lokalradios in Sachsen geben.


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